
Die Computertomographie ist eine Röntgenuntersuchung, bei der Quer- schnittsbilder des Körpers angefertigt werden. Hierzu wird der Patient auf dem Röntgentisch durch die runde Öffnung des CT-Gerätes gefahren. Das in unserem Institut zur Anwendung kommende Gerät ist ein modernes Spiral-CT, bei dem unter kontinuierlichem Tischvorschub ein zusammenhängendes Körpervolumen erfaßt wird. Da in der CT sowohl Knochen als auch Weichteile darstellbar sind, läßt sich jede Körperregion mit der CT untersuchen: Kopf, Wirbelsäule, Hals, Brustraum, Bauchraum, Becken, Extremitäten (Arme und Beine). Zur besseren Unterscheidung der verschiedenen Organstrukturen voneinander ist es in vielen Fällen erforderlich, ein intravenöses wasserlösliches Kontrastmittel zu injizieren. Zur besseren Abgrenzung der Organe des Magen-Darm-Traktes trinkt der Patient zusätzlich Kontrastmittel. Metallimplantate, wie zum Beispiel Prothesen oder Herzschrittmacher, stellen in der CT keine Gefahr für den Patienten dar, können jedoch durch Artefaktbildung die Beurteilbarkeit der Bilder einschränken.
Als Intervention bezeichnet man einen kleinen diagnostischen oder therapeutischen Eingriff, eine Körperpunktion, die eine Operation vermeiden hilft, diese ersetzt oder zu ihrer Planung beiträgt. CT-gesteuerte Interventionen haben den entscheidenden Vorteil, daß die Lage der Punktionsnadel millimetergenau bestimmt werden kann und diese unter ständiger Kontrolle vorgeschoben werden kann. Folgende CT-gesteuerte Interventionen werden in unserem Institut durchgeführt:
Neben stationären Patienten können ambulante Patienten aus der Schmerzambulanz der Anästhesiologischen Klinik behandelt werden.

Periradikuläre Therapie (PRT): Zwischen den Wirbeln tritt auf jeder Etage jeweils rechts und links eine Nervenwurzel (Radix) aus dem Spinalkanal der Wirbelsäule aus. Wenn die abgehenden Nervenwurzeln durch einen Bandscheibenvorfall oder eine –vorwölbung bedrängt werden, verspürt man einen in einen Arm oder ein Bein ausstrahlenden Schmerz oder ein Taubheitsgefühl. Die zwischen den Lendenwirbeln abgehenden und zu den Beinen führenden Nerven sind mit Abstand am häufigsten betroffen. Bei einer PRT wird eine feine Punktionsnadel unter örtlicher Betäubung in die unmittelbare Nähe der betroffenen abgehenden Nervenwurzel vorgeschoben. Dort wird ein kortikoidhaltiges Medikament injiziert, das einen Rückgang der örtlichen Gewebeschwellung und damit eine „Befreiung“ des Nervens bewirken soll. Die Wirkung der Therapie kann mehrere Monate anhalten. Die PRT ist wiederholbar, wird jedoch üblicherweise von uns nicht öfter als dreimal durchgeführt. Die Durchführung einer PRT dauert nicht länger als etwa 15 Minuten. Nur in äußerst seltenen Fällen kann es zu Blutungen, Nervenverletzungen oder Infektionen kommen. Ein mögliches Taubheitsgefühl oder eine Muskelschwäche der entsprechenden Extremität nach der Punktion kommt gelegentlich vor, ist durch die Wirkung des örtlichen Betäubungsmittels bedingt und verschwindet nach wenigen Stunden. Ambulante Patienten sollten daher in Begleitung sein und dürfen in den folgenden Stunden kein Auto fahren.
Facettengelenksinfiltration (FGI): Als Facettengelenke werden die Gelenke bezeichnet, die die Wirbel hinten miteinander verbinden. Bei zunehmendem Verschleiß kann es zu heftigen, teilweise ausstrahlenden Rückenschmerzen kommen. CT-gesteuert wird mit der Punktionsnadel das örtliche Betäubungsmittel und ein kortikoidhaltiges Medikament in/an das Facettengelenk gespritzt. Für die FGI gelten die gleichen Einschränkungen und seltenen Komplikationen wie für die PRT.
Iliosakralgelenksinfiltration (ISGI): Als Iliosakralgelenke werden die halbsteifen Verbindungen zwischen den Beckenschaufeln und dem Kreuzbein, dem unteren Ausläufer der Wirbelsäule, bezeichnet. Bei zunehmendem Verschleiß kann es zu heftigen in die Gesäßregion ausstrahlenden Rückenschmerzen kommen. CT-gesteuert wird mit der Punktionsnadel das örtliche Betäubungsmittel und ein kortikoidhaltiges Medikament in/an den Iliosakralgelenkspalt gespritzt. Für die ISGI gelten die gleichen Einschränkungen und seltenen Komplikationen wie für die PRT.
Sympathikolyse: Als sympathische Nerven des Grenzstrangs werden die beidseits seitlich an der Wirbelsäule entlang laufenden vegetativen Nerven bezeichnet, die für die nicht der Willkür unterliegenden Körperfunktionen der Beine wie zum Beispiel die Eng- oder Weitstellung der Blutgefäße zuständig sind. (Die gegenregulierenden Nerven werden als parasympathische Nerven bezeichnet.) Werden diese Nerven betäubt oder zerstört, kommt es u.a. zu einer dauerhaften Weitstellung der Blutgefäße des jeweiligen Beines. Die Sympathikolyse ist damit nur eine indirekte Schmerztherapie. Sie ist nur für stationäre Patienten mit höchstgradigen Durchblutungsstörungen vorgesehen, denen medikamentös oder operativ nicht mehr geholfen werden kann. Unter örtlicher Betäubung wird die Punktionsnadel in die unmittelbare Nähe des sympathischen Nervengeflechts vorgeschoben und dort zunächst weiteres Betäubungsmittel injiziert. Stellt sich der gewünschte Effekt ein, erfolgt an der gleichen Stelle die Injektion von hochprozentigem Alkohol zur unumkehrbaren Auflösung (Lyse) der Nervenfasern. Das Risiko der Verletzung anderer Nerven oder von größeren Blutgefäßen ist gegenüber einer PRT etwas erhöht. Aus diesem Grund müssen auch blutgerinnungshemmende Medikamente (u.a. Marcumar®, ASS, Aspirin®, Plavix®, Iscover®, Rocornal®, Tiklyd®) mehrere Tage vor der Punktion abgesetzt werden.
Unter örtlicher Betäubung wird eine Punktionsnadel in den zu untersuchenden Körperbereich eingeführt. Dies kann eine neu aufgetretene Geschwulst oder ein Entzündungsherd sein, von dem der behandelnde Arzt die Gewebezusammensetzung oder Keimbesiedlung erfahren möchte. Über die Nadel können unter Sog Gewebezellen gewonnen werden, die einem Pathologen oder Mikrobiologen zur Begutachtung übersandt werden. Wenn erforderlich, wird in einem zweiten Schritt an der gleichen betäubten Stelle eine nur unwesentlich dickere Nadel eingeführt, deren Stanzmechanik es ermöglicht, im Bruchteil einer Sekunde einen wenige Millimeter langen z usammenhängenden Gewebszylinder zu gewinnen. Die Risiken einer CT-gesteuerten Biopsie sind in jedem Fall niedriger als die einer operativen Gewebeprobeentnahme. Sie variieren in Abhängigkeit von der punktierten Körperregion, so daß vor jeder Biopsie eine individuelle Abschätzung erfolgen muß. Grundsätzlich können Verletzungen von Blutgefäßen, Nerven und dem punktierten Organ auftreten, sind jedoch dank des CT-gesteuerten kontrollierten Vorschiebens sehr selten. Blutgerinnungshemmende Medikamente (u.a. Marcumar®, ASS, Aspirin®, Plavix®, Iscover®, Rocornal®, Tiklyd®) müssen mehrere Tage vor der Punktion abgesetzt werden.
Flüssigkeitsverhalte innerhalb des Körpers, z.B. Eiter oder Zysten, können durch eine CT-gesteuerte Punktion entlastet werden. Ggf. kann ein Kunststoffschlauch für eine vorübergehende Drainierung eingeführt werden.
26.01.2011

Großes Ärzte-Symposium "Kardiologie trifft Nephrologie" im Grand City Hotel in Duisburg am 10. März 2012. Programm