HELIOS Klinikum Duisburg GmbH
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Angiographie

Angiographie bedeutet zunächst einfach nur Gefäßdarstellung. Im Allgemeinen wird jedoch unter Angiographie die Darstellung von Blutgefäßen, im Besonderen die Darstellung der Schlagadern (Arterien) verstanden.

  • Cholangiographie, Magnetresonanzcholangiographie
  • Lymphangiographie: Nur noch sehr selten angewandtes Verfahren zur direkten oder indirekten Darstellung der Lymphbahnen und -knoten
  • Phlebographie: Angiographie der Venen
  • Arteriographie: Angiographie der Arterien

Als Arterien (Schlagadern) bezeichnet man die Blutgefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen und Extremitäten transportieren. Viele Patienten, die an einer chronischen arteriellen Verschlußkrankheit und/oder einem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, klagen über eine eingeschränkte Gehstrecke, Wundheilungsstörungen, Schwindelattacken oder haben gar bereits einen Schlaganfall erlitten. Diese Symptome können Folge einer Einengung oder eines Verschlusses einer Arterie sein. Ein akuter Gefäßverschluß kann auch durch ein verschlepptes Blutgerinnsel (Embolie) verursacht sein.
In unserem Institut wird die Arteriographie als direkte Arteriographie nach Einbringen eines Katheters in die Arterie durchgeführt. Hierzu wird entweder in der Leiste oder in der Ellenbeuge mit einer Hohlnadel eine Schlagader punktiert. Über die Nadel wird ein weicher Führungsdraht in das Gefäß vorgeschoben, über den nach Entfernen der Nadel der etwa kugelschreiberminendicke Kunststoffkatheter eingeführt und dirigiert wird. Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung. Eine Narkose ist nicht erforderlich, da mit Ausnahme der wenig schmerzhaften Punktion die Untersuchung schmerzfrei ist. Das Vorschieben von Führungsdraht und Katheter im Gefäß wird nicht verspürt.

Digitalen Subtraktionangiographie
DSA des Bogens der großen Brustschlagader und seiner Abgänge. Unauffälliger Befund bei einem 54 Jahre alten Mann

Liegt der Katheter an der gewünschten Position, wird über eine automatische Spritze nicht-ionisches wasserlösliches Kontrastmittel injiziert, das sich mit dem Blutstrom in den zu untersuchenden Arterien ausbreitet. In diesem Moment, in dem der Patient ein allgemeines Wärmegefühl im Körper verspüren kann, werden Röntgenaufnahmen gemacht. In unserem Institut bedient man sich der modernen Technik der Digitalen Subtraktionangiographie (DSA).
Gegebenenfalls erhält der Patient bei Injektion des Kontrastmittels vom Arzt die Anweisung, die Luft anzuhalten, und – bei Untersuchung der Halsarterien – das Schlucken zu unterdrücken. Ist die Untersuchung beendet, wird der Katheter entfernt, die Einstichstelle abgedrückt, bis sie nicht mehr blutet, und ein Druckverband angelegt, der für 24 Stunden verbleiben soll. In dieser Zeit muß der Patient absolute Bettruhe einhalten. Damit soll verhindert werden, daß es im Bereich der Punktionsstelle zu einer Nachblutung kommt. Aus diesem Grund müssen auch blutgerinnungshemmende Medikamente (u.a. Marcumar®, ASS, Aspirin®, Plavix®, Iscover®, Rocornal®, Tiklyd®) mehrere Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Weitere seltene Komplikationen einer Arteriographie wären die Kontrastmittelallergie, eine Verletzung oder ein Verschluß einer Arterie durch den Katheter oder ein Blutgerinnsel (Embolie), was sämtlich eine sofortige ärztliche Behandlung erfordert. Bei der Untersuchung der Halsarterien oder bei Punktionszugang in der Ellenbeuge kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Schlaganfall mit bleibenden Schäden kommen. Das Infektionsrisiko einer Arteriographie wird durch gründliche Hautdesinfektion und das Arbeiten unter sterilen Bedingungen äußerst gering gehalten.
Für die Untersuchung muß der Patient nüchtern sein. Großzügiges Trinken nach der Untersuchung fördert die zügige Ausscheidung des Kontrastmittels durch die Nieren.

Ballonaufweitung von Nierenschlagadern (perkutane transluminale Angioplastie (PTA) von Nierenarterien)

Eine mögliche Ursache für zu hohen arteriellen Blutdruck ist eine Verengung des Abganges einer oder beider Nierenschlagadern. Der zu hohe Blutdruck beruht dann auf folgendem Mechanismus: Die Niere, die durch die Verengung ihrer Arterie zu wenig Blut erhält, schüttet ein Hormon aus (Renin), welches über ein komplexes System zu einem allgemeinen Anstieg des Blutdrucks führt. Durch den höheren Druck wird die Niere nun trotz der Gefäßenge wieder ausreichend durchblutet, der übrige Organismus leidet jedoch unter der Blutdruckerhöhung.
Diesen Patienten kann durch eine Beseitigung der Nierenarterienverengung geholfen werden. Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer arteriellen Angiographie. Ein Katheter mit einem kleinen Ballon an seiner Spitze wird in die verengte Arterie eingeführt. Die Nierenarterie wird aufgedehnt, indem der Ballon mit physiologischer Kochsalzlösung bis auf einen definierten Druck gefüllt wird. Da es in seltenen Fällen hierbei zu einer Verletzung der Nierenarterie kommen kann, ist die Nierenarterien-PTA mit einem leicht erhöhten Komplikationsrisiko gegenüber einer „normalen“, rein diagnostischen Angiographie verbunden.
Zu berücksichtigen ist ferner, daß zu hoher arterieller Blutdruck viele verschiedene Ursachen haben kann. Tatsächlich beruht bei den meisten Patienten der zu hohe Blutdruck auf Veranlagung. Der Arzt spricht dann von einer essentiellen arteriellen Hypertonie. Diese Patienten, bei denen keine faßbare Ursache gefunden werden kann, müssen mit Medikamenten behandelt werden.

26.01.2011

Kardiologie trifft Nephrologie

Großes Ärzte-Symposium "Kardiologie trifft Nephrologie" im Grand City Hotel in Duisburg am 10. März 2012. Programm