Jedes Jahr werden über 300 Leistenbrüche und weit mehr als 150 Narben- und Bauchwandbrüche in der Chirurgischen Klinik im St. Johannes-Hospital operiert. Bei der Auswahl der Operationstechnik stehen im Mittelpunkt die individuellen Anforderungen des Patienten, nämlich: Alter, Beruf, allgemeiner Gesundheitszustand, körperlicher Belastung sowie Größe und Schwere des Befundes.
Ein Leistenbruch entsteht aufgrund einer Schwäche der Bauchmuskulatur. Gründe dafür können u. a. sein: Bindegewebsschwäche, Lebensalter und Übergewicht. Zu den Ursachen gehören jedoch auch Unfälle oder eine Druckerhöhung im Bauchraum. Grundsätzlich gilt: In der Regel sind es mehrere Faktoren, die einen Leistenbruch begünstigen. Aufgrund der weiblichen Anatomie in der Leistenregion sind Leistenbrüche bei Frauen seltener.
Im St. Johannes-Hospital werden u. a. folgende Verfahren angewendet:
Bei der sogenannten minimal-invasiven TAPP-Operation (TAPP: Trans-Abdominale-Präperitoneale Plastik), bei der durch die Bauchdecke hindurch im Bauchraum operiert wird, setzten die Operateure ein Kunststoffnetz auf die Bruchstelle auf, um die defekte Wand der Bauchdecke zu verstärken.
Beim Lichtenstein Verfahren wird der Defekt in der Leistenregion mit einer einzelnen Nahttechnik kombiniert mit der Implantation eines Kunststoffnetzes behoben. Hierbei wird ein quadratisches Netz mit der obersten Muskelschicht vernäht. Das Lichtenstein Verfahren wird hauptsächlich für ältere Patienten verwendet, jedoch nur, wenn die Bauchdecke keine ausreichende Stabilität für eine primäre chirurgische Naht bietet.
Dieses Verfahren wird auch als Gold-Standard in der Leistenbruchchirurgie bezeichnet. Das Besondere daran ist die elastische Doppelung der einzelnen Bauchdeckenschichten im Leistenbereich durch eine spezielle Nahttechnik. Damit bleibt die Flexibilität der einzelnen Muskelschichten untereinander nahezu vollständig erhalten. Körperliche Schonung ist nur in den ersten Tagen nach der Operation notwendig. Die berufliche Tätigkeit kann relativ kurzfristig nach der Operation wieder aufgenommen werden.
18.05.2011

Großes Ärzte-Symposium "Kardiologie trifft Nephrologie" im Grand City Hotel in Duisburg am 10. März 2012. Programm